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Target Costing

 

Das Target Costing, im Deutschen auch Zielkostenplanung oder -management, wurde ursprünglich Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts in der japanischen Automobilindustrie entwickelt.

 

Eine Anwendung des Target Costing auf Bauprojekte ist im Sinne der Einhaltung der Kostenvorgabe ein adäquates Mittel der Kostenplanung.

 

Dabei kommt im Target Costing die retrograde Kostenermittlung zur Anwendung.
Ausgehend von der Kostenvorgabe des Bauherrn (den Gesamtkosten des Bauprojektes) wird

  • der evtl. zu erzielende Target Profit (Zielgewinn) bestimmt und von der Kostenvorgabe abgezogen,
  • die so definierten Target Costs (Zielkosten) im Rahmen der Zielkostenspaltung auf die einzelnen Kostengruppen der DIN 276-1:2006-11 verteilt (siehe Abbildung),
  • im Rahmen der weiteren Zielkostenspaltung die für die einzelnen Kostengruppen zur Verfügung stehenden Target Costs weiter auf die Grobelemente sowie die dazugehörigen Feinelemente verteilt,
  • schließlich die Target Costs der Feinelemente auf die zugehörigen Leistungen verteilt.

Ein wesentlicher Vorteil der Anwendung des Target Costing auf Bauprojekte liegt in der frühzeitigen Bestimmung der zulässigen Kosten für die einzelnen Grobelemente, Feinelemente oder auch der entsprechenden Leistungen, die für die Planung und Realisierung von Bauprojekten erforderlich sind. Diese Kosten wiederum bestimmen die möglichen realisierbaren Qualitäten und Quantitäten des Bauprojekts und stellen so die Grundlage für die Planung des Architekten dar.

 

Darüber hinaus kann mit Hilfe der beschriebenen Zielkostenspaltung auch die Machbarkeit der Kostenvorgabe des Bauherrn bezogen auf die von Ihm geforderten Qualitäten und Quantitäten des Bauprojektes überprüft werden. Dabei werden im Rahmen der Zielkostenspaltung Kostenkennwerte als Vergleichswerte verwendet. (siehe auch Kostenkennwerte)

 

Zielkostenspaltung